Auch für Marmeladenbrote gilt die Unschuldsvermutung

Steinfigur mit Wurstkette
In der Gruppe geschätzt: Der Träger der Wurstkette

Der Mensch und sein Proviant – weiß Gott keine ungetrübte Beziehung. Die erste problematische Begegnung mit Proviant hat man in der Regel in Form des Schulbrotes. Zuhause vergessen, zu trocken, nicht richtig belegt, mit den falschen Sachen belegt, zu viel Butter/Margarine, zu wenig Butter/Margarine – beim Schulbrot manifestiert sich früh, was sich im Leben dann noch häufiger zeigen wird: Das Gras ist grüner auf der anderen Seite. Andere haben bisweilen bessere Schulbrote. Und: Am besten macht man alles selbst!

Und so lassen sich die meisten Leute, die ich kenne, zwar ohne Zögern und Zaudern von jedem Hinz und Kunz bekochen – ihr Brot schmieren sich die Leute dann aber doch am allerliebsten selber: Was kann man da nicht alles falsch machen (siehe oben).

In der Regel verwehrt werden Schulkindern Marmeladenbrote als Pausenbrot oder Proviant – völlig zu Unrecht, wie ich finde. Die Gefahr des seitlichen Herausquellens der Marmelade wird und wurde schon immer überschätzt. Vielleicht ist das Marmeladenklappbrot nicht die geeignete Wegzehrung für Kleinkinder und Greise, aber geübte und sichere Esser können sich dem durchaus mal stellen und so ungerechtfertigte Vorurteile bekämpfen helfen.

Wie Marmeladenklappbrote haben auch Eier keinen guten Ruf als Proviant, wenn auch aus einem anderen Grund. Und so teilt das hartgekochte Ei das Schicksal von so manchem Lehrer, Steuerprüfer oder Sonderling: Daheim geliebt, außer Haus gefürchtet.