Dank Hochsprung gelöst: Das Imageproblem der Flötisten
Kreative Lösung für die Misere der Lehrerknappheit - endlich!

Dank Hochsprung gelöst: Das Imageproblem der Flötisten

Neulich war ich an einem Sonntag zu einer Preisverleihung in einer Schule. Leider habe ich nicht selbst einen Preis bekommen, aber ich durfte nach der Verleihung den ganzen Tag die Urkunde eines der Preisträger halten. Da ich außer diesem niemanden kannte und keiner sonst sich mit mir unterhalten wollte, bin ich mit Urkunde in der rechten und Sektglas in der linken Hand durch die ungeheizten Gänge geschlendert und habe was zum Lesen oder Angucken gesucht. Vertretungspläne oder so.

Und plötzlich steht da diese Tafel: Hochsprung mit Musik. Verlegt.

„Ach je“, dachte ich. „Ausgerechnet!“

Hmm. Bin ich die einzige, der dazu sofort alle möglichen Fragen einfallen? Verlegt? Wohin? In die Walhalla für sinnlose Unterrichtsfächer? Und bietet man an dieser Schule auch Hochsprung ohne Musik an? Wer unterrichtet sowas? Der sportliche Musiklehrer? Der musikalische Sportlehrer? Jemand, der beide Fächer studiert hat? Ist das vielleicht die lang gesuchte Antwort auf die Misere der Lehrerknappheit?

Aber noch viel wichtiger: Machen die Hochspringer die Musik selbst? Cello spielen beim Hochsprung ist sicherlich schwierig, aber vielleicht ginge Flöte. Flötisten haben mit ihrem Instrument ja ein bisschen ein Imageproblem. Was für Kinder und so. Es gibt da doch diesen Witz. Sagt der sechsjährige Max zu seiner Mutter: „Wenn ich erwachsen bin, will ich Flötist sein.“ Antwortet die Mutter: „Du weißt schon, dass beides gleichzeitig nicht geht?“ 

Aber Flöte spielen und dabei die Weltmeisterschaft im Hochsprung gewinnen – dafür gäbe es bestimmt auch von den Cellisten Anerkennung.

Und wenn die Musik nun doch vom Band kommt? Was für Musik spielt man zu Hochsprung?  Ich würde vermuten: irgendwas Tragendes, Erhebendes. Tschaikowsky vielleicht. Wenn sie beim Hochspringen das Licht ausmachen und es ausreichend dunkel in der Halle ist, ginge vielleicht auch „Atemlos durch die Nacht“. Ausnahmsweise – in der letzten Stunde vor den Ferien.

Hochsprung war während meiner Schulzeit nur ein kleiner Teil des Sportunterrichts. Nie haben wir ihm ein ganzes Halbjahr gewidmet. Vielleicht war das der Grund, dass ich mir bei einem meiner Hochsprünge mal fast die Zähne ausgeschlagen habe – beim Flop, mit meinem rechten Knie. Seitdem bin ich beim Hochsprung gehemmt. Ich bin mir fast sicher: Mit Musik wäre das nicht passiert!