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Lernen, sich zu wehren. Anfängerkurs für Fallrohre.

Mit Kampfstiefeln wird’s beim Tango schwer

Heute scheinen sich nur noch wenige Menschen in ihrer Freizeit mit Dingen zu beschäftigen, die man früher als „Hobbys“ bezeichnete. Vor 35 Jahren war die Frage nach den Hobbys des Gegenübers eine häufig gestellte und beliebte Frage – an Erwachsene wie an Kinder. Stellt man diese Frage heute, wird man angeguckt, als hätte man aus dem Nichts heraus etwas Schmutziges gesagt.

Allerdings war die Frage auch früher schon nicht ohne Fallstricke – damals jedoch weniger für den Fragenden, als für den, der gefragt wurde: Eine falsche Antwort konnte einen nämlich von jetzt auf gleich von der sozialen Landkarte fegen. Jungen, die auf die Frage nach ihrem Hobby Antworten wie „Löten“, „Panzer“ oder „Raumschiffe“ gaben, konnten sich eigentlich direkt im Priesterseminar anmelden.  Da hoben die Mädchen nur angewidert die damals meist buschigen Augenbrauen. Ich bin an einem Bundeswehrstandort aufgewachsen und diejenigen, die „Panzer“ sagten, tauchten dann in der ersten Tanzstunde häufig mit vom Soldatenvater aus Bundeswehrbeständen beschafften Springerstiefeln auf – ein bei vierzehnjährigen Mädchen und Tanzlehrern gleichermaßen unbeliebtes Schuhwerk. Lernen Sie mal Tango mit jemandem, der dabei Kampfstiefel trägt. (mehr …)

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Auch zuhause lassen sich aufregende Ferien verleben!

Osterferien oder die unterschätzte Macht des Kontextes

Nur selten sind sich die Menschen einig, doch bei der Frage, ob es sich bei einer Nachricht um eine gute oder schlechte handelt, herrscht in den meisten Fällen Konsens. „Sterben müssen“ empfinden die meisten Menschen als eine schlechte Nachricht, „Lottogewinn“ als eine gute. Natürlich gibt es immer Leute, die dann später im Leben sagen, dass ihnen das viele Geld nicht gutgetan habe. Meine Güte, ja klar, … ich würd’s trotzdem riskieren. (mehr …)

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Unterschätzte Gefahr: Sich beim Telefonieren verkühlen!

Gliedmaßen trennt man sich woanders ab

Nackt telefonieren. Diese Vorstellung hat damals bei der Enthüllung des Philip-Reis-Denkmals noch für Unruhe gesorgt. Heute ist man froh, wenn man nicht vom Klo aus angerufen wird.

Insgesamt gesehen, waren die ersten Jahrzehnte des Telefons gesegnete Zeiten, denn es war bis in die 1970er Jahre hinein in vielen Haushalten noch fest an der Wand installiert. Alternativ gab es den Fernsprechtischapparat. Beide kamen mit Wählscheibe. (mehr …)

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Der schwierige Spagat zwischen Werktreue und Interpretation

Tummle dich, du faules Volk (Heine)

Seit es sich eingebürgert hat, dass sich nicht nur Kinder und alte Menschen, sondern auch gestandene Mannsbilder mit ihren Fahrrädern vor den Autos auf den Bürgersteig retten, ist es dort eng geworden. Nun stellt sich jeden Morgen wieder die Frage: Darf man als Fahrradfahrer auf dem Bürgersteig Fußgänger aus dem Weg klingeln? Nein, nein. Nein. Das ist ausgesprochen ungezogen, möglicherweise sogar verboten. (mehr …)

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Zeichen setzen für Anfänger

Wie der Schrei nach Liebe ungehört bleiben wird

Gelegentlich stoße ich auf Verhaltensweisen, die weit verbreitet zu sein scheinen, mir selbst aber völlig fremd und unerklärlich sind. Dazu gehört das Bedürfnis offensichtlich doch vieler Menschen, einen Aufkleber auf ein Verkehrsschild zu pappen.

Zum einen habe ich eigentlich nie Aufkleber dabei. Ich wüsste jetzt spontan auch gar nicht, was da draufstehen könnte.  Wenn ich mir die Aufkleber auf dem Foto anschaue, scheinen andere Leute das aber auch nicht zu wissen. Zum anderen kommt mir das Zukleben eines Verkehrsschildes, das mich und andere vor lauernden Gefahren warnen möchte, irgendwie schräg vor. (mehr …)

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Zeit, über unsere Beziehungen im Leben nachzudenken

Wie immer gab es Warnsignale

Es gibt Dinge, die man traditionell als letzter erfährt. Das sind in der Regel die weniger schönen Begebenheiten im Leben. Dass man von seinem Partner betrogen wird, weiß immer schon der ganze Bekanntenkreis; dass man eine eklige Krankheit hat, das komplette Praxispersonal, und dass man auch dieses Jahr wieder nicht befördert wird, wie selbstverständlich sämtliche Kollegen. (mehr …)

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Mitarbeiter des Monats

Schmollen im Regen

Hohe Lebenskunst: das Wetter nicht persönlich nehmen. Gar nicht so einfach. Bei mir zum Beispiel führt das Wetter jedes Mal apokalyptische Tänzchen auf, wenn ich ein Vorstellungsgespräch habe. Eiskalt peitschender Regen waagerecht von vorn, blizzardähnliche Schneestürme, 40 Grad im Schatten ohne jeden Windhauch. Noch nie bin ich zu einem solchen Termin trocken und gut frisiert erschienen – ich sehe jedes Mal aus, als hätte mich die Katze irgendwo vorgezerrt. Ein Wunder, dass ich überhaupt Arbeit habe! Unzulässig ist der Umkehrschluss, dass ich jedes Mal, wenn das Wetter schlecht ist, ein Vorstellungsgespräch habe. (mehr …)

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Jetzt ist es raus: Die Pest ist gar keine Krankheit!

Berg hoch ist halt schon mühsam

... wegen meines blöden Nachbarn. ... wegen der Arbeit. … wegen dieser saudummen Bratze. Es gibt in jedem Leben gute Gründe, ein Kreuz auf den Berg zu schleifen. Berg hoch ist aber schon mühsam. Schön, wenn andere das bereits für einen erledigt und auf dem Schild noch Platz für individuelle Unbilden gelassen haben.

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Nicht einfach nur dekorieren, sondern inszenieren!

Ein Haufen irgendwas

Wenn Menschen das tun, was man heute „shoppen“ nennt und was früher „bummeln“ hieß, ist der Apothekenbesuch meist nicht inbegriffen. Apotheken müssen ihre Kunden auch nicht mit aufwändig gestalteten Schaufenstern anlocken – die Natur oder des Menschen Lebensführung führt sie ihnen zu.  Vielleicht ist das der Grund, dass Apotheken häufig so skurril dekorierte Auslagen haben. (mehr …)

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Straßen entstehen dadurch, dass man sie baut

Des Kreiselbauers Stolz

In Kreiselbauerkreisen weiß man: Ein anständiger Kreisel hat immer mindestens vier Ein- und Ausfahrten. Es gibt nichts, wohin man ausfahren könnte? Egal! Auf dem Foto sieht es so aus, als hätte bisher nur ein einziges hochrädriges Fahrzeug die Auffahrt benutzt. Die hier nur von hinten sichtbaren Verkehrszeichen dürften dazu dienen, dem irgendwann vielleicht nicht mehr abreißen wollenden Strom hochrädriger Fahrzeuge den rechten Weg zu weisen. Ich wurde beim Fotografieren dieser kleinen verkehrstechnischen Absurdität mehrfach von einem Streifenwagen umrundet. Vielleicht überlegten die Polizisten, wofür sie mich verhaften könnten. Ich hatte gehofft, sie nehmen diese Abfahrt – taten sie aber nicht. Verhaftet haben sie mich aber auch nicht.

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Denkmal mit Brille

Sehr gerne ohne Brille!

Man kann Literaturnobelpreisträger, Raketenwissenschaftler und Gehirnchirurg in einem sein: Eine beschlagene Brille ist ohne Ausnahme ganz schlecht für die Außenwirkung. Man betritt frohgemut ein Restaurant und sieht von jetzt auf gleich aus, als könnte man nicht bis zehn zählen. Mitmenschen eilen herbei, um einen zum nächsten Stuhl zu führen, sprechen extra langsam und streicheln einem ermutigend über den Oberarm. Sollte also jemand nach meinem Tod die wohlmeinende (und natürlich gerechtfertigte) Idee haben, mir ein Denkmal zu errichten: Sehr gerne ohne Brille!

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